Drabbles

Ich bin neuerdings auch unter die Drabble-Schreiber gegangen :)

Ein Drabble ist ein kurzer Text, der genau 100 Wörter hat, nicht weniger oder mehr. Die Überschrift wird nicht mitgezählt. Es gibt zwei Hintergründe: entweder mal will erheitern oder zum Nachdenken anregen. 

Ich nehme an, meine sind eher zum Nachdenken. :)

Bis jetzt gehen alle Drabbles, die ich geschrieben habe, irgendwie auf "Die Tribute von Panem" zurück (ihr wisst gar nicht, was ein gewisses Forum [siehe Links & Empfehlungen] mit mir anstellt! ich schreibe so viel neues!), handeln also davon, aber andererseits kann man die auch öfters auf andere Bücher oder das Leben an sich ummünzen.

Okay, langsam gibt es auch Drabbels, die nichts mit Panem zu tun haben. :) Ich unterteil das mal mit Überschriften ein bisschen :)

Wäre schön, wenn ihr daraufkommt, auf wen sich die Drabbels immer beziehen :) Wenn nicht, ihr könnt sehr gerne nachfragen! :) 

Panem-Drabbels

Feuer

Überall war die Hitze.

Die Hitze, die mich auffraß.

Die Hitze, die vom Himmel kam.

Die mich in den Himmel bringen würde.

Die Fallschirme.

Die Explosionen.

Schreie, Angst, Tod.

Überall.

Und ein Gesicht.

Ein letztes Gesicht, bevor ich gehe.

Für immer.

Sie, die ich liebe.

Die immer für mich da war.

Die Hitze wütet weiter.

Das Rot, das Orange, das Gelb der Glut.

Das Schwarz des Verbrannten.

Das alles verzehrende Feuer.

Es leckt an mir.

Solange, bis es nichts mehr zu verbrennen gibt.

Solange, bis das Feuer erlischt, weil nichts brennbares mehr da ist.

Bis ich nicht mehr da bin. 

Wasser

Blau und Grün und Weiß.

Nass und feucht und lebendig.

Fließend und strömend und dahinlaufend.

Gischt und Wellen und Strömungen.

Es spült hinfort.

Es bringt daher.

Es verändert alles.

Es ist eine gewaltige Macht.

Es kann alles zerstören.

Und alles neu entstehen.

Es kann Berge einstürzen lassen.

Und Inseln entstehen.

Es kann Stein abschleifen.

Und Sand anschwemmen.

Es ist das Leben.

Und der Tod.

Es überschwemmt die Arena.

Alles.

Und alle.

Es bringt den Tod.

Auch meinen?

Ich muss schwimmen.

Davonkommen.

Überleben.

Siegen.

Und jede Nacht wieder sterben.

Ertrinken im Meer der Alpträume.

Im Meer der sterbenden Tribute.

Für immer.

Tod

Das Ende von allem.

Nichts kann ewig leben.

Alles ist dem Tod geweiht.

Früher oder später holt er uns alle.

Ist er grausam?

Ist er sanft?
Ist er böse?
Oder gut?

Keiner weiß es,

denn niemand kommt zurück.

Hast du Angst davor?
Freust du dich?
Wirst du erlöst?

Oder verdammt?

Wir können es nicht wissen.

Wir müssen uns gedulden.

Es wird nicht ewig dauern.

Es ist gleich vorbei für dich.

Er kommt.

Ganz bestimmt.

Dann gibt es kein Entrinnen.

Hab keine Angst.

Du kommst ganz bestimmt in den Himmel.

Du warst immer gut.

Wir sehen uns vielleicht dort.

Bis bald.

Angst

Sie treibt uns an.

Sie ist ein starkes Gefühl.

Fast das Stärkste.

Sie macht uns schwach.

Und angreifbar.

Wenn wir Angst haben,

handeln wir unbedacht,

laufen wir weg,

verkriechen uns,

geraten in Panik,

vergessen alles,

wissen nicht was zu tun ist.

Angst beherrscht uns.

Kann man sie besiegen?
Kann man ihr entrinnen?
Kann man furchtlos sein?

Wird man sie je los?

Hoffnung ist stärker als Angst.

Aber Hoffnung kann man unterdrücken.

Ausmerzen.

Mit Angst.

Mit den Spielen.

Mit dem Tod.

Denn jetzt werden die Sieger sterben.

Hier herrscht Angst.

Und ich bin der Herrscher.

So soll es sein.

Für immer?

 

Trauer

Ich weine.

Ich bin verzweifelt.

Ich bin so traurig.

Ich glaube, nie wieder glücklich werden zu können.

Der Verlust wird immer bei mir sein.

Ich denke an all das Schöne mit dir.

Wieso musstest du gehen?

Du, das Wichtigste meines Lebens.

Jede Erinnerung schmerzt so sehr.

Sie treibt die Tränen in meine Augen,

die Schluchzer aus meiner Brust,

das Messer in mein Herz.

Ich werde dich nicht vergessen, niemals.

Du wirst nicht vergessen werden.

Du bleibst für immer in meinem Herzen,

meinen Erinnerungen.

Ich werde weiterleben,

ich werde es überstehen,

aber ich werde dich nie vergessen.

Bis in alle Ewigkeit. 

 

Stille

Überall ist Stille.

Es gibt nur die Stille.

Die Stille ist farblos, sie ist nichts.

Sie ist alles.      

Alles wird von der Stille beherrscht.

Die Stille, die so viel schlimmer ist als der Lärm.

Der Lärm war wenigstens etwas.

Die Stille war nichts.

Doch auch die Stille dauert nicht ewig an.

Die Stille wird durchdrungen.
Von einem Ton.

Ein einzelner Ton, der zurückkommt.

Zurück in mein Ohr.

Ein weiterer folgt.

Ein Rauschen.

Ein Vogelgezwitscher.

Ein schreiender Tribut.

Ein wütender Tribut.

Ein brechendes Genick.

Und doch sind die Geräusche verzerrt.

Ich höre nur halb.

Mit einem Ohr.

Das Zweite ist stumm.

 

Freude und Leid

Du lächelst.

Du strahlst.

Du freust dich.

Du bist glücklich.

Dir ist kein Leid geschehen.

Außer mich auf dem Bildschirm zu sehen.

Du schließt mich in die Arme.

Aber du hast keine Ahnung.

Du weißt nicht, wie es wirklich ist.

Denn du siehst nur das, was alle sehen.

Sieh mir in die Augen und sag,

siehst du die Augen eines Siegers?

Ja, aber sie sind nicht glücklich.

Das sind sie nie.

Sie künden von Leid.

Leid, dass einen von innen zerreißt.

Und das immer, jeden Tag, jede Nacht.

Lass mich an deiner Freude teilhaben.

Hilf mir.

Lass mich nicht ertrinken.

Verloren

Ich bin verloren.

Alles ist verloren.

Und alles ist meine Schuld.

Tot.

Alle sind es.

Wegen mir.

Wegen einem Moment der Rebellion.

Es war nicht meine Absicht.

Und doch geschah es so.

Sie sind dem Tod geweiht.

Wegen mir.

Sie könnten sterben.

Wegen mir.

Und ich mache es nur schlimmer.

Mit jedem Atemzug.

Mit jedem Wort, dass ich sage.

Auch er ist verloren.

Er hat es nicht verdient.

Er ist so viel besser als ich.

Verloren wegen mir.

Die Rebellion.

Nimmt immer mehr Gestalt an.

Ihn überzeugen?

Das wird nichts.

Ich bin nicht überzeugend.

Und schon gar nicht für ihn.

 

Schmerz

Da ist der Schmerz.

Er ist da.

Er wird nicht weggehen.

Vierundzwanzig Stunden.

Sieben Tage.

Immer.

Er geht nicht weg.

Nicht Tag.

Nicht Nacht.

Warum?

Weil ich noch da bin.

Weil ich die Schuld trage.

Die unbändige Schuld.

Sie getötet zu haben.

Keiner kann es verstehen.

Ich muss es loswerden.

Sonst sterbe ich noch.

Vor Schmerz.

Vor Leid.

Die Flasche.

Sie ist meine Rettung.

Sie wird mir helfen.

Ein Schluck.

Und viele folgen.

Jeden Tag.

Alle sind tot.

Also bleibt nur der Schmerz.

Den ich nicht fühlen kann.

Will.

Denn davon zerbreche ich.

Wieder ein Schluck.

Viele weitere werden folgen. 

 

Himmelsstürmer

Du bist der Himmelsstürmer.

Du bist vor uns allen gegangen.

Wir alle werden dir noch folgen.

Nur wann?

Vielleicht komme ich schon bald.

Wenn mich einer von ihnen tötet.

Einer der 23.

Nur einer von uns kommt da raus.

Ich glaube nicht, dass ich es bin.

Warum?

Nun, vielleicht habe ich einfach aufgegeben.

Wie Mutter, als du gegangen bist.

Aber ich darf nicht aufgeben.

Zumindest zum Schein.

Weil sie es nicht überstehen würde.

Ich tue alles für sie.

Immer.

Du bist der erste Himmelsstürmer.

Der mich in den Träumen immer noch verfolgt.

Ich will nicht der Nächste sein.

Werde ich?

 

Luft

Sie ist klar.

Und rein.

Ein Element, das uns am Leben erhält.

Aber sie kann auch tödlich sein.

Wenn sie uns fehlt.

Wenn sie aus uns herausgepresst wird.

Durch Schläge in den Magen.

Tritte in die Brust.

Weil man sich seine eigene Luft geschaffen hat,

man dass verwendet hat, was man zum Leben braucht.

Meine Arbeit.

Meine Mode.

Sie ist mein Leben.

Sie wurde mir zum Verhängnis.

Ich wollte nur helfen.

Ihr, auf die ich immer noch zähle.

Was wird nur aus ihr?

Und was wird aus mir?
Werde ich meine Luft wiederbekommen?

Oder nehmen sie sie mir für immer?

Aus dem echten Leben

Ende

Das Ende.

Das Ende der Menschen.

Das Ende aller Dinge.

Die Apokalypse.

Die Götterdämmerung.

Wird sie kommen?

Bestimmt.
Und wann?

Man weiß es nicht.
Wie sie in der Bibel steht?
Wie es die Mythen sagen?
Wie es die Menschen glauben?
Vielleicht.

Wird es uns noch geben?
Wie werden wir aussterben?

So viele Fragen.

Es ist die Zukunft,

die uns am meisten Angst macht.

Wir wissen nichts von ihr.

Können sie nicht vorhersehen.

Können nur Vermutungen anstellen.

Mit Sicherheit kann’s niemand sagen.

So viel könnte passieren.

Und wir könnten es nicht verhindern.

Wir könnten einfach verschwinden.

Ohne einen Moment des Abschieds.

Frieden oder nicht?

Frieden.

Ruhe.

Ohne Krieg.

Ohne Sterben.

Ohne Ungerechtigkeiten.

Kommt er?

Ist er schon da?

Bleibt er?

Wie lange?

Die Menschen sind nicht für Frieden gemacht.

Sie lernen nicht.

Sie bekriegen sich weiter.

Egal was passiert.

Nach jeder Krise sagen sie,

dass es niemals wieder geschieht.

Aber das ist eine Lüge!

Denn es passiert wieder!

Jedes Jahr,

jedes Jahrhundert,

jedes Jahrtausend,

überall auf der Welt.

Die Menschen sind so.

Es liegt in ihrer Natur.

Aber warum?

Wie kann die Natur etwas so schreckliches erlauben?

So sollten wir nicht leben.

Aber wir tun es.

Immer und immer weiter.

Bis zum bitteren Ende. 

Über meine Forenfreunde

Freunde

Zwei Leben.

Das Reale,

mit Schule,

Freunden,

Familie.

Das Leben online,

mit Freunden,

die du nie gesehen hast.

Leuten,

die du besser verstehst,

und kennst,

als alle anderen.

Leute,

die dich so gut kennen,

wie kaum ein anderer.

Du fühlst dich verbunden mit ihnen.

Sie sind deine Freunde.

Sie sind dir wichtig.

Du vermisst sie,

wenn du nicht online bist.

Du fragst dich, was sie gerade machen.

Du freust dich,

ins Internet gehen zu können,

um mit ihnen zu schreiben.

Du weißt,

was und wie sie denken.

Sie sind wie du.

Fangirls, Stalker, Shipper, Verrückte.

Du willst sie nicht verlieren.

Danke

Danke an euch,

dass ihr mich aushaltet,

mit mir schreibt,

mich mögt,

mir zuhört,

selbst wenn ich Schwachsinn erzähle,

dass ihr mich versteht,

dass ihr so denkt wie ich.

Weil ihr seid wie ich.

Nicht komplett,

aber wir haben viel gemeinsam.

Oft mehr als unsere Freunde Zuhause.

Mit vielen von euch fühle ich mich mehr verbunden.

Ihr lest meine Geschichten,

ihr kommentiert sie,

sprecht mir Mut zu,

weiter zu schreiben.

Und ihr bringt mich zum weinen,

und lachen,

mit dem,

was ihr schreibt.

Ich lache mit euch,

und weine,

und denke nach,

nur wegen euch.

Weil ihr mir etwas bedeutet.